Flirten & Sex Bumble im Test

Published on November 4th, 2017 | by William B. Desmond

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Warum das “feministische Tinder” wohl niemals funktionieren wird – Datingapp Bumble im Test

Die Idee zu Bumble war vielleicht nicht schlecht: Eine ehemalige Tinder-Mitgründerin war unzufrieden mit der Direktheit und Unverfrorenheit der Männer und entschloss sich, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen, nämlich eine App bei der Frauen der aktive Part sind und die erste Nachricht versenden können. So ist zumindest die Legende, doch wahrscheinlich bemüht man sich einfach um ein Alleinstellungsmerkmal aus Marketinggründen, da der Dating-App-Markt extrem hart umkämpft ist. So wurden Anbieter anderer Apps beispielsweise dabei erwischt wie sie Fake-Profile in ihren Apps in Umlauf brachten um die Männer zu ködern und zu einem Kauf ihrer Premium-Pakete zu ermutigen.

Doch warum wird Bumble höchstwahrscheinlich keinen Erfolg haben? Nun ausgeschlossen ist es nicht, aber für mich sprechen folgende Gründe dagegen:

Frauen haben meist gar keine Lust den ersten Schritt zu machen

Die meisten Frauen lieben es, wenn der Mann auf sie zukommt. Er ist der strahlende Ritter in der glänzenden Rüstung hoch zu Roß, der die Initiative ergreift, weil die holde Maid so unwiderstehlich ist. Na gut so etwa in der Art.

Frauen sind es oft nicht gewohnt mit dem Schreiben anzufangen

Wer denkt, dass Männer mit ihren “Wie gehts”-Nachrichten langweilig sind, der hat nie auf der anderen Seite Platz genommen. Man darf froh sein, wenn die Frauen sich bemühen per copy&paste in ihrem ersten Satz nach dem Lieblingsbaum fragen und nicht einfach nur ein “hi” oder “hey” schreiben.

Der Mann ist trotzdem in Zugzwang

Die Frau wird nicht den ganzen Flirt übernehmen, nur weil sie mit dem Schreiben angefangen hat. Nein, er soll trotzdem nach der Nummer und nach dem Rendezvous fragen, denn sonst glaubt die Frau oft sie wäre eine Bittstellerin und der Mann wenig bis gar nicht interessiert. Wozu war das Ganze jetzt nochmal gut?

Die App zieht die falschen Männer an

Onlinedating ist immer so eine Sache. Manche Menschen sind nicht sonderlich versiert im sozialen Umgang oder im Dating, weshalb sie dann bei derartigen Apps landen. Eine App, die den Gentleman herauskitzeln möchte wird meist fehlschlagen. Jeder gesunde Mann liebt Sex genauso wie jede gesunde Frau und wenn er dieses Bedürfnis so stark in den Hintergrund schiebt, dass es kaum noch erkennbar ist, wird dies Folgen haben: Er wird der Frau etwas vormachen und sie manipulieren um an sein Ziel zu kommen oder die Frau wird ihn einfach als neue nette Freundin ohne Eier wahrnehmen. Deshalb sind offene selbstbewusste Männer, die zu ihrer Sexualität und wahren Gefühlen stehen in jedem Fall vorzuziehen.

Es ist genauso oberflächlich wie Tinder

Wer als Frau hofft hier eine tiefgründige Konversation über die Hegelsche Dialektik führen zu können wird bitter enttäuscht werden. Würde man erst das Profil anzeigen und danach die Fotos, wäre es vielleicht anders, aber so wird es wie immer nur um die Bilder gehen.
Die Frauen und Männer sondieren auch beim laufenden Chat immer noch weiter den Markt und hören nicht plötzlich auf nur weil die eine Person aufgetaucht ist. Man will einfach sehen, ob man wirklich einen guten Fang gemacht hat oder ob jemand schneller zum Punkt kommt, weshalb Datingapps grundsätzlich ungeeignet sind um eine längerfristige Beziehung anzustreben.

Die Nutzerzahl ist zu klein

Es kennt kaum einer die App und auch dieser Artikel wird daran nix ändern, außer er erscheint morgen bei Reuters, Associated Press und der DPA. Zudem soll die App ja eine Alternative zu Tinder sein, also für Leute die mit Tinder unzufrieden waren. Doch da ist ein Haken: Datingapps sind zum schnellen Dating da und das wird auch Bumble nicht ändern.

Männer sollen zahlen (Frauen theoretisch auch)

Und zwar um ihre “Zeit zu verlängern”, in der die Frau die Möglichkeit hat sie anzuschreiben. Ich dachte erst es wäre ein Witz. Wenn die Frau Interesse hat, wird sie recht schnell schreiben, da hilft ein Tag Aufschub rein gar nix. In welcher Welt leben die Betreiber eigentlich? Gut, Superswipes wie bei Tinder kann man dabei ebenfalls kaufen.

Man würde glauben, dass die Erfolgsquote höher ist

Eigentlich sollte es doch wie folgt sein: Eine Frau liked den Mann und schreibt ihn dann an. Da Frauen in der Regel selektiver swipen als Männer bei Tinder und sie damit ihr Interesse bekunden, sollten sie doch dann auch den Mann anschreiben, stimmts? Falsch. Hat man mit einer hübschen Dame gematcht, kann man als Mann nur warten und Tee trinken. Das heißt es können sich Matches ansammeln ohne Ende, doch wenn die Frauen keine Lust haben anzuschreiben, dann passiert rein gar nix. Bei Tinder hat die Frau, die “versehentlich” vom Mann nach Rechts geswiped wurde, zumindest die Option von sich aus den Flirt zu initiieren und dürfte sich dadurch nicht ganz so hilflos fühlen wie die Herren bei Bumble.

Bumble ist demnach wohl nur geeignet für devote Männer und dominante Frauen. Für Männer die es nicht gewohnt sind, Forderungen an die Frau (oder das Leben?) zu stellen und für Frauen, die Lust haben das Ruder zu übernehmen. Für diese Zielgruppe ist die App ideal und hier sind sie weitaus besser aufgehoben als bei Tinder.

 

Foto: © pixabay.com – StockSnap

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Über den Autor

ist ein begeisterter Lebens- und Verführungskünstler, der die meiste Zeit des Tages der persönlichen Weiterentwicklung widmet. Getreu dem Motto Johann Wolfgang von Goethes: „Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun.“



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