Life & Fun Poker Tipps

Published on Februar 12th, 2018 | by Randolph

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Poker spielen in der Spielbank oder mit Freunden – Anfängertipps für Texas Hold’em

Jeden Tag zieht es die Spielwilligen in die Casinos der ganzen Welt und die meisten gehen als Verlierer raus. Denn gerade beim Pokern ist das eigene Können und Wissen entscheidend, genauso wie die Charaktereigenschaften Geduld, Konzentration und Gelassenheit. Bei kaum einem anderen Spiel lernt man so viel über sich selbst wie bei diesem. Kann man Niederlagen einstecken und entspannt weitermachen? Kann man das eigene Ego überwinden, konzentriert bleiben weiß selbst nach Stunden des Spielens wann man besser aufhören sollte? Erweist man sich als strategisch denkender Mensch mit innerer Ruhe? Kann man Abstand von Gewinn und Verlust halten oder nimmt man das Spiel persönlich?

Die klassischen Ratschläge für Anfänger beim Pokern sind mittlerweile hinreichend bekannt, also nur gute Hände zu spielen, wenig zu bluffen im Livegame und nicht passiv runterzucallen oder abzuwarten. Also ein Spiel, welches eher auf treffen und folden ausgelegt ist, als auf große durchdachte plausible Bluffs und die tiefgreifende Analyse der gegnerischen Handauswahl. Hier sollen dem Anfänger nur ein paar nette weitere Kniffe beigebracht werden, die jedoch bares Geld bringen können.

Körpersprache beim Poker

Körpersprache lesen – Klassische verräterische Signale über die Hand des Gegners

Ganz grundsätzlich gilt Nervosität als Zeichen für eine starke Hand, während Entspanntheit für einen Bluff steht. Einige Spieler sind sich dessen bewußt und täuschen hier etwas vor, indem sie laut seufzen und damit Schwäche vortäuschen. Oder sie quatschen Unsinn um ihre Hand zu verschleiern, ein Phänomen welches unter dem Begriff Hollywooding bekannt geworden ist. Doch ist dies nicht die Regel und so wollen wir einige wichtige Hinweise (“Pokertells”) beschreiben:

Happy Feet – der Gegner wackelt mit den Füßen oder kann auch die Beine kaum stillhalten? Dann hat er höchstwahrscheinlich eine gute Hand und kann es kaum erwarten damit abzusahnen. Jetzt sieht man nicht immer ob der Gegner rumwackelt, doch meist wackelt zum Beispiel das Sakko mit und so kann dieser Tell äußerst verräterisch sein.

Schnelles oder gar übereiltes Setzen – Wer setzt noch bevor er dran ist, ohne dabei den Gegner anzuschauen, der kann es kaum erwarten sein Geld in den Pot zu bekommen. Also vorsicht! Hier scheint eine gute Hand vorzuliegen!

Zittrige Hände – Dieser Tell ist meist nur noch bei Anfängern zu sehen. Wer neu ist am Tisch, der kann seine körperlichen Reaktionen oft kaum kontrollieren. Die zittrige Hand weist dann oft sogar eine Monsterhand aus.

Lächeln – Beim Lächeln gibt es zwei Sorten: Das echte Lächeln, welches eine gute Hand ausweist und das falsche Lächeln, welches einen Bluff versteckt. Einfach auf die Augenpartie achten und den Gegner beobachten, wenn er sich freut. Bei einem falschen Lächeln lächelt nur das halbe Gesicht, also die Augen sind nicht dabei. Viele Leute können ihre emotionale Reaktion auch kaum zurückhalten, wenn man sie beispielsweise fragt was sie denn auf der Hand haben. Dies sorgt oft schon für ein verräterisches Lächeln, da die Frage ungehörig erscheint.

Angespannte Mundwinkel – Wer gestresst ist, bei dem verschwinden die Lippen regelrecht. Sie werden zusammengepresst und die Person wird sich gerade extrem unwohl fühlen.

Sie verhalten sich komplett ruhig – Wenn sie eben noch auf dem Tisch mit den Fingern getrommelt oder mit ihren Chips gespielt haben und dies plötzlich unterlassen, dann wollen sie nicht auffallen und haben wahrscheinlich einen Bluff auf der Hand.

Sie lehnen sich plötzlich nach vorne an den Tisch – Ein Spieler der sich die ganze Zeit zurückgelehnt hat und sich nun auf einmal dem Tisch entgegen beugt, hat nun endlich eine Hand die ihm gefällt. Er ist interessiert und lehnt sich deswegen rein.

Diese Tells kann man nur bemerken, wenn man aufmerksam an den wichtigsten Stellen ist. Also wenn der Flop ausgeteilt wird, dann bitte nicht auf die Karten schauen, sondern wie die Gegner darauf reagieren. Genauso wenn sie setzen oder ihre Hand das erste Mal begutachten. So kann man beim Setzen an der Stimme heraushören, ob der Spieler aufgeregt ist oder locker und zudem beobachten, ob er die Chips eher hineinwirft oder ruhig hinstellt.

Gegner beim Poker

Den Gegner spielen

Auch der schlechteste Spieler hat irgendeine Art von Spielplan in seinem Schädel. Es sind Verhaltensweisen, die ihm zur Gewohnheit geworden sind. Ein gewiefter Spieler passt sich diesem Spielstil an und lässt den Gegner dadurch oft direkt ins blanke Messer laufen.

Beispiele:

Maniacs – Dies sind Spieler die immer auf den Pot einschlagen müssen. Sie spielen sehr viele Hände und da sie dann eher selten gut treffen, versuchen sie die Pots durch Bluffs an sich zu reißen.

Konter: Abwarten bis man eine gute Hand hat und ihn dann setzen lassen. Doch Achtung! Wer dies zu offensichtlich macht, der wird schnell als besonders vorsichtig enttarnt und dann geht einem selbst der Maniac aus dem Weg!

Nits – Dies sind eben jene übervorsichtigen Spieler die keiner am Tisch leiden kann. Sie setzen nur wenn sie eine wirklich gute Hand haben und bluffen selten. Wenn sie am Turn noch dabei sind, kann man die eigene Hand fast schon weglegen.

Konter: Immer wieder vor dem Flop erhöhen und sie herausbluffen. Wenn sie mal nicht wegwerfen wollen, dann weiß man, dass ihre Hand phänomenal ist.

Fische – Ein Spieler der einfach Spass haben will und auch nicht viel über das Pokern weiß. Er lernt eben noch und macht offensichtliche Fehler. Er ist zum Beispiel fast jede Runde dabei, spielt jedes schwache As oder gibt erst auf, wenn der River kommt und ihm klar wird, dass es wohl doch keine Straße ist, die er da hält. Fische lieben übrigens Flushs, zwei gleichfarbige Karten werden so gut wie immer gespielt und jedem Draw wird hinterhergejagt. Meist verhalten sie sich passiv und sind eher der Typ Caller. Wenn sie also am River noch einmal mit einer starken Bet einen drauf setzen, dann glauben sie eine hervorragende Hand zu besitzen.

Konter: Immer schön hoch setzen, wenn man etwas hat und sich ausbezahlen lassen. Er achtet sowieso nicht darauf, warum deine Betsize plötzlich so nach oben rauscht.

Callingstation – Dieser Spielertyp will auch mit 4 Outs noch seine Straße treffen oder sein Twopair. Deshalb bezahlt er um endlich einmal die ersehnte Hand zu bekommen. Doch meist wird daraus nix und er wirft sein Geld zum Fenster heraus.

Konter: Mit guten Händen einfach hohe Summen setzen, besonders wenn es so scheint, als würde dieser Gegner versuchen eine Straße zu bauen oder einen Flush zu kriegen.

Regular – Diese Spieler sind häufig im Casino und wissen meist was sie tun. Sie beobachten und merken sich zumindest grob das Spielverhalten. Deshalb passen sie sich in ihrer Spielweise an.

Konter: Hier kann man für Überraschungen sorgen. Hat man Ewigkeiten vorsichtig gespielt, ändert man nun die Gangart und spielt aggressiver. Hat man längere Zeit mit vielen Händen und sehr bluffy gespielt, wird man nun vorsichtiger. Hat man vor dem Flop niemals Action gemacht, dann wird der Regular jede plötzliche 3bet und jeden Squeeze respektieren.

Notizen beim Poker

Sein Gedächtnis schulen und sich im Kopf Notizen machen

Dem berühmten Pokerprofi Stu Ungar, welcher als bisher einziger Spieler drei WSOP Main Events gewann, wurde nachgesagt, er hätte ein fotografisches Gedächtnis gehabt. Er soll sich an Züge von Spielern erinnert haben, die Jahre zurück lagen und ebenso an ihre anderen Verhaltensweisen. So konnte er die Menschen oft wie ein Buch lesen und sich perfekt auf sie einstellen.

Einfache Beispiele für solche Anmerkungen:

  • Macht immer eine Continuation Bet und gibt dann auf
  • Spielt Flushdraw stets passiv oder aggressiv
  • Macht mit angekommener Straße stets eine Potsizebet

Dies soll als Einführung genügen. Diese Tipps sind universell und werden von jedem guten Spieler berücksichtigt. Wer hierin eine gewisse Meisterschaft erlangt, ist vielen anderen Spielern in den typischen Livegames bereits haushoch überlegen. Viel Glück beim umsetzen!

 

 

Fotos:
© pixabay.com – aaandrea, naturalpastels, rawpixel
© LIGHTFIELD STUDIOS – Fotolia.com


Über den Autor

Randolph beschreibt sich selbst als Exzentriker und absoluten Hedonisten. Sein großes Vorbild ist der Schriftsteller Oscar Wilde.



One Response to Poker spielen in der Spielbank oder mit Freunden – Anfängertipps für Texas Hold’em

  1. Inessa says:

    Hi lieber Randolph!
    Das sind geniale Tipps: der Punkt „Körpersprache lesen […]“ und „Sein Gedächtnis schulen […]“ finde ich besonders stark! Weiter so und mehr Tipps 😉👏

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