Fitness & Sport Eskrima Training

Published on Februar 19th, 2013 | by Sebastian D.

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Kampfkunst-Trend: Eskrima

Unter der Bezeichnung Eskrima versteht sich eine spezielle Kampfkunst, welche auf den Philippinen beheimatet ist und die Selbstverteidigung beziehungsweise den direkten Kampf ohne jegliche Waffen, wie auch mit Alltagsgegenständen und realen Waffen perfektioniert hat.

Eskrima steht für dreierlei unterschiedliche Arten der Kampftechnik:

Bei dem waffenlosen Kampf wird mit Tritten, Würfen sowie Schlägen gearbeitet. Außer den eigenen Beinen und Armen sind grundsätzlich keinerlei Waffen erlaubt.

Hier wird oft unterschieden zwischen verschiedenen Formen des waffenlosen Kampfes, die jedoch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit haben und teilweise fließend in den bewaffneten Kampf übergehen:

Cadena de Mano, Kadena, Mano Mano – Nahkampf mit bloßen Händen

Panatukan, Pangamut, Suntukan – Boxtechniken die vor allem auf die besonders verletzlichen Punkte des Körpers abzielen

Dumog – Ring- und Bodenkampf

Sirakan – Schlag- und Tritt-Techniken

Der Kampf mithilfe stumpfer Waffen (Stockkampf) erlaubt einen gepolsterten Schlagstock, den sogenannten Lang- oder Doppelstock sowie einen Rattanstock. Der Stock repräsentiert im Training eine ganze Bandbreite von Waffen. So lernt der Schüler die Eskrima-Techniken mit dem Stock auch auf viele andere Waffen und Gegenstände wie z.B. Tonfas oder Flaschen zu übertragen.

Bei einem Klingenkampf werden messerartige Geräte eingesetzt. Anfänger beginnen das Training in diese Kampfkunst mit einem hölzernen Trainingsmesser und wechseln erst später zum Schwert beziehungsweise Doppelschwert (wahlweise als Abwehr mit/ohne Schild) oder zu einem Speer.

In der klassischen Eskrima-Tradition wird eine ganze Bandbreite an verschiedenen Waffen verwendet, wovon die wichtigsten die folgenden sind:

Baston, Yantok, Olisi, Garote – Ein für das Training eingesetzter Stock, der aus dem leichten und gleichzeitig hartem Rattan hergestellt wird

Dulo Dulo, Palmstick – Ein sehr kurzer Stab aus Rattan für den Nahkampf

Daga, Cuchillo, Baraw – Messer und Dolche

Karambit – Messer mit einer sichelförmigen Klinge

Bolo – Ein Schwert, welches einer Machete ähnelt

Kalis, Kris – Ein Dolch bzw. Kurzschwert mit einer wellenförmigen Klinge

Sibat – Der Speer

Eskrima-Unterricht wird heutzutage in etlichen Städten innerhalb Deutschlands sowie Österreichs angeboten. Der Eskrima-Schüler lernt außer einer Selbstverteidigung, mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Mitteln, auch in welchen Situationen diese Varianten angewandt werden dürfen. Zudem stehen die Regeln auf dem Lehrplan, welche zu beachten sind, damit er sich stets innerhalb der Gesetze bewegt. Das Training mit Gegenständen des Alltags als optimale Waffe gehört ebenfalls zu den Eskrima-Übungen. So kann beispielsweise ein Kugelschreiber, ein simpler Schuh, der Autoschlüssel sowie ein Gehstock oder ein Regenschirm selbst eine Handtasche gezielt als Waffe eingesetzt werden.

 

Die Bezeichnung Eskrima entsprang dem spanischen „esgrimar“ (fechten). Die philippinische Kampfsportart Eskrima entstammt vermutlich dem 16. Jahrhundert. Die Besatzer aus Spanien verboten zu der damaligen Zeit aus ersichtlichem Grund jede Art von Eskrima-Training. Die Bewohner der Philippinen führten ihr Training sowie ihre Lehren aus ebenso ersichtlichen Gründen trotzdem weiterhin im Untergrund aus. So entstand aus Eskrima eine verborgene Kunst, welche sich jedoch auf andere Art in der Öffentlichkeit zeigte: Als Tanz getarnt, war es ihnen möglich selbst in der Öffentlichkeit weiter zu trainieren. Auswanderer von den Philippinen kamen später mit Eskrima im Gepäck in den USA an, wo dieser Sport seit der damaligen Zeit gelehrt wird.

Im Eskrima-Unterricht werden unterschiedliche Arten des Waffenkampfes gelehrt. So auch zum Beispiel Verteidigungsstrategien, um bewaffnete sowie auch unbewaffnete Angriffe sicher abzuwehren, diverse Entwaffnungstechniken und die waffenfreie Realisierung der Eskrima-Kampfprinzipien und Strategien. Das Ziel eines intensiven Eskrima-Trainings mit verschiedenen Gegenständen soll helfen die Angst gegenüber einem bewaffneten Gegner zu überwinden. Das Gewicht oder die Kraft des jeweiligen Gegners ist dabei nicht relevant, Technik sowie Geschicklichkeit sind wesentlich wichtiger. Im Unterricht wird ausführlich auf die vielfältigen Schlagwinkel und die dazugehörigen Fußtechniken eingegangen. Es werden auch die verschiedensten Schlagtechniken mit dem Stock sehr umfangreich geübt. Dabei wird auch ausführlich auf den Kampf mit zwei Stöcken und den Umgang mit dem Messer eingegangen.

Eskrima ist berühmt-berüchtigt für sein Training mit dem Messer. Einige Eskrima-Bücher nehmen hier kein Blatt vor dem Mund und zeigen direkt die gefährlichsten Stellen für Schnitt- oder Stichverletzungen auf die ein Messer treffen kann. Andererseits sieht man derartiges auch in den Werken des Begründers der modernen Kampfkunst „Defendu“ – Mr. William E. Fairbairn.

Wer Eskrima-Strategien trainiert, lernt sich effektiv und aus eigener Kraft gegen massive Angriffe jeglicher Art zu schützen. Die speziellen Eskrima-Techniken lassen sich zudem optimal mit diversen Kampfsportarten kombinieren. Mit den dynamischen Bewegungen wird der komplette Körper trainiert. Das strategische Lernen steigert das Selbstvertrauen und die Ausstrahlung, welche damit verbunden ist, kann im Idealfall der Grund dafür sein, dass das erlernte Können nicht zum Einsatz kommen muss. Eskrima kann jedermann erlernen, unabhängig von der jeweiligen Fitness beziehungsweise Konstitution, da sämtliche Bewegungen absolut natürlich sind. Es werden keinerlei akrobatische oder athletische Fähigkeiten benötigt. Als einzige Voraussetzung gilt, dass der Schüler Neues lernen will.

 

Foto: © sxc.hu – asifthebes


About the Author

ist ein absoluter Fitness-Freak und Kampfkunst-Fanatiker. Wenn er nicht gerade Artikel für mannblogger schreibt, ist er an den Stränden Europas bei seinen drei Lieblingstätigkeiten zu finden: Trainieren, Surfen und Feiern.



One Response to Kampfkunst-Trend: Eskrima

  1. Bastian M. says:

    Escrima ist für mich immer noch die Kampfsportart von Interesse. Leider findet sich im Raum Berlin keine Schule die Modern Arts lehrt. Ich würde mich noch über einen Artikel freuen der das traditionelle Escrima und Escrima Modern Arts behandelt.

    Bastian

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